Martin Sonneborn - Satire für ein Mehr an Demokratie

Visionär Sonneborn - Alexander Klink
Visionär Sonneborn - Alexander Klink
Die Leitung des Satire-Magazins Titanic und die Gründung der PARTEI waren nur 2 Geniestreiche des Martin Sonneborn. Zur Zeit ist er "heute-Show"-Reporter.

Martin Sonneborn steht an der Spitze der noch lebenden deutschen Satire-Elite. Ihn in einem Atemzug zu nennen mit Kurt Tucholsky wäre nicht vermessen. Seine Aktionen mit der Zeitschrift „Titanic - Das endgültige Satiremagazin“ machten ihn weltberühmt. Unvergessen sind die Fotos von Sonneborns Fax an ein Mitglied der FIFA-Kommission. Auf den Titelseiten der großen internationalen Tageszeitungen war das Schreiben in den Händen eines Kommissionsmitglieds deutlich zu erkennen. Was für ein Mensch ist dieser Martin Sonneborn? Ein Portrait des Ausnahme-Satirikers.

Der Aufstieg des Martin Sonneborn

Am 15.05.1965 erblickte ein kleiner Blondschopf das Licht der Welt. Martin Sonneborn war geboren. Ob die glücklichen Eltern des Göttingers damals bereits erahnten, welch ambitionierter Mensch ihr Sohn einmal werden sollte, bleibt ungewiss.

Seine Karriere begann der ehemalige Titanic-Chefredakteur Martin Sonneborn in der Satire-Schmiede einer katholischen Privatschule in der niedersächsischen Großstadt Osnabrück. Nachdem er 1984 sein Abitur mit Bravour bestanden hatte, leistete der junge Martin Sonneborn seinen Dienst an der Waffe für die Deutsche Bundeswehr. In Berlin, Wien und Münster studierte er erfolgreich Publizistik, Politikwissenschaften sowie die Germanistik. Später wurde er Chefredakteur der Zeitschrift „Titanic – Das endgültige Satiremagazin“ und Vorsitzender der Partei „Die PARTEI“, für die er als Kanzlerkandidat knapp gegen Angela Merkel verlor. Aktuell ist er Außenreporter für die „ZDF heute-Show“.

Wichtige Projekte von und mit Martin Sonneborn

  • Zeitschrift: „Titanic – Das endgültige Satiremagazin
  • Buch & Vortragsreihe: „Ich tat es für mein Land
  • Buch: „Das Partei Buch
  • Dokumentation/ Film: „Heimatkunde
  • Dokumentation/ Film: „Die PARTEI
  • TV-Auftritt: Außenreporter bei „ZDF heute-Show

Martin Sonneborn: „Ich tat es für mein Land.“

Eine der medienwirksamsten Satire-Aktionen in der Geschichte der Bundesrepublik gelang Martin Sonneborn im Jahr 2000, als er mittels einer Nachricht und eines Präsentkorbes die Vergabe der WM 2006 positiv für Deutschland beeinflusste. In der Nacht vor der entscheidenden Abstimmung verschickte Martin Sonneborn ein Fax an entscheidende Unentschlossene der Wahlkommission. Er bat in dem Schreiben darum, für Deutschland als WM-Austragungsort zu stimmen. Als kleines Präsent stellte Martin Sonneborn eine original Schwarzwälder Kuckucksuhr und einige leckere deutsche Würste in Aussicht. Die Entscheidung endete mit 12:11 Stimmen für Deutschland.

Nach Bekanntwerden der Aktion startete die Bild-Zeitung eine Kampagne gegen Martin Sonneborn und die Satire-Zeitschrift Titanic. Dargestellt als eine Art Volksverräter, musste sich Martin Sonneborn am Titanic-Telefon wilde Beschimpfungen von Bild-Lesern anhören. Die Bild hatte zuvor die Telefonnummer der Titanic-Redaktion veröffentlicht. „Aus Versehen“ schnitt Martin Sonneborn die Telefonate mit und fertig war die Satire-CD. Ein Buch mit dem Titel „Ich tat es für mein Land“ erschien und wurde von den Lesern mit Begeisterung aufgenommen. Eine gleichnamige Vortragsreihe war ebenfalls so gut wie immer völlig ausverkauft. Heute darf Martin Sonneborn so etwas nicht mehr tun, weil er der FIFA per Gerichtsbeschluss versprechen musste, so etwas nie wieder zu tun.

Kanzlerkandidat Martin Sonneborn und seine Partei Die PARTEI

Zusammen mit anderen Redakteuren der Satire-Zeitschrift Titanic gründete Martin Sonneborn im Jahre 2004 die Partei für Arbeit Rechtsstaat Tierschutz und basisdemokratische Initiative und gab ihr die eingängige Kurzbezeichnung „Die PARTEI“. Die PARTEI setzt sich mit ihrem Vorsitzenden Martin Sonneborn nach eigenen Angaben für den Wiederaufbau der Mauer zwischen Ost und West und die damit verbundene „endgültige Teilung Deutschlands" ein. Allerdings gab Martin Sonneborn wiederholt sein Ehrenwort, dass es mit der PARTEI „keinen Schießbefehl geben wird“.

Martin Sonneborn sieht die Wiedervereinigung als gescheitert an und versucht mit seiner Partei durch „platten Populismus“ die Gunst auch der kleinen Leute zu gewinnen. Zwecks Identifikationsmöglichkeit führte Die PARTEI den offiziellen Partei-Anzug ein. Dieser ist in positivem Grau gehalten und fesch geschnitten. Zu kaufen gibt es ihn beim Modehaus C&A für ca. 59,95 – 79,95 Euro. Zu den Bundestagswahlen 2009 war Die PARTEI nicht zugelassen, trotz der Drohung Martin Sonneborns den Bundeswahlleiter zu verklagen.

Buchtipps: Martin Sonneborn: „Ich tat es für mein Land. Wie TITANIC einmal die Fußball-WM 2006 nach Deutschland holte: Protokoll einer erfolgreichen Bestechung“, Bombus,Gebundene Ausgabe,125 Seiten, München 2005, 12,90 €, ISBN 3-936-26137-7

Martin Sonneborn: „Das Partei-Buch: Wie man in Deutschland eine Partei gründet und die Macht übernimmt“, Kiepenheuer & Witsch Verlag, Broschiert, 240 Seiten, Köln 2009, 8,95 €, ISBN 3-462-04090-1

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